In Teil 2 des Podcasts mit der QM-Expertin Susanne Petersen geht es u.a. um viele Praxisbeispiele, wie Unternehmen psychologische Sicherheit und Speak-up fördern können. Außerdem: Warum es so wichtig ist, fiese “Stinkstiefel” im Team in ihre Schranken zu weisen.
Die Themen aus dem Gespräch:
  1. Wie lässt sich psychologische Sicherheit konkret stärken – auf allen Ebenen einer Organisation?
  2. Warum beginnt nachhaltiger Kulturwandel bei der Kommunikation von Führungskräften?
  3. Was bedeutet „pyramidales Vorgehen“ in Veränderungsprozessen – und wann ist es sinnvoll?
  4. Wie wird Vertrauen auch „horizontal“ aufgebaut?
  5. Was können einfache Formate wie Feedback-Trainings, Rollenabstimmungen oder Ampelsysteme bewirken?
  6. Warum ist psychologische Sicherheit auch für Arbeitssicherheit, Qualität und Compliance ein echter Hebel?
  7. Welche formalen Regeln könnten psychologisch sicheres Führen unterstützen?
  8. Was sollten Fachkräfte in jedem Fall  beachten?
  9. Welche Zahlen aus aktuellen Studien stimmen nachdenklich?
Essenzen aus der Beratungspraxis für psychologische Sicherheit:
  • Ein einziges Teammitglied kann durch abwertende Kommentare die psychologische Sicherheit im ganzen Team untergraben. Des müssen solche “Stinkstiefel” konsequent von Führenden oder Kolleg:innen in ihre Schranken verwiesen werden.
  • Psychologische Sicherheit wächst, wenn Führungskräfte bereit sind, nicht als allwissend aufzutreten – sondern wirklich (zu)hören wollen.
  • Beispiel: Ein Geschäftsführer verändert seine Haltung und seine Gesprächskultur und erlebt: Die Besprechungen werden lebendiger – und besser.
  • Es reicht nicht, Offenheit theoretisch zu erlauben – sie muss auch aktiv eingeladen werden. Öffnende Fragen, z.B.: „Wie ist eure Meinung dazu?“
  • Etwas „sagen dürfen“ hilft, Kommunikation und Kultur zu verändern – schöner Satz dazu: „Ich habe das als Vorschlag gemeint. Ich möchte NICHT, dass ihr sofort nickt!“
  • „Ich glaube, das habe ich falsch eingeschätzt. Wie kann man das noch anders sehen?“ – solche Sätze machen Führung nahbar(er) und Vertrauen möglich(er).
  • Die ISO ist eine „Hülle“, in die ganz viel Unternehmensspezifisches hineinpasst… – auch Beziehungsqualität“.
  • Psychologische Sicherheit ist „kein Wellnessthema“! Sie schlägt Brücken zwischen Produktivität, Prävention und psychischer Gesundheit – das zeigen auch Studien.
  • Burnout entsteht nicht nur durch zu viel Arbeit – sondern auch durch Unsicherheit, Druck, Überforderung und Angst vor Fehlern.
  • Hilfreich: Rollenwechsel (Transparentes Mandat für Offenheit, kontroverse Standpunkte o.ä.): „Wer setzt sich heute neben mir auch die Qualitätsbrille auf?“
  • „Eine Realität entsteht nur dadurch, dass man darüber spricht.“ Qualität (sicher auch Schutz und Sicherheit) ist insbesondere eine kommunikative Aufgabe.

    – HR als wichtige Verbündete, z.B. dabei, Führungsqualität sichtbar und messbar zu machen.

    – Erfolge im Arbeitsfeld (Q und Co.) in Geschichten verpacken und verbreiten (Storytelling).