In Teil 2 des Podcasts mit der QM-Expertin Susanne Petersen geht es u.a. um viele Praxisbeispiele, wie Unternehmen psychologische Sicherheit und Speak-up fördern können. Außerdem: Warum es so wichtig ist, fiese “Stinkstiefel” im Team in ihre Schranken zu weisen.
Die Themen aus dem Gespräch:
- Wie lässt sich psychologische Sicherheit konkret stärken – auf allen Ebenen einer Organisation?
- Warum beginnt nachhaltiger Kulturwandel bei der Kommunikation von Führungskräften?
- Was bedeutet „pyramidales Vorgehen“ in Veränderungsprozessen – und wann ist es sinnvoll?
- Wie wird Vertrauen auch „horizontal“ aufgebaut?
- Was können einfache Formate wie Feedback-Trainings, Rollenabstimmungen oder Ampelsysteme bewirken?
- Warum ist psychologische Sicherheit auch für Arbeitssicherheit, Qualität und Compliance ein echter Hebel?
- Welche formalen Regeln könnten psychologisch sicheres Führen unterstützen?
- Was sollten Fachkräfte in jedem Fall beachten?
- Welche Zahlen aus aktuellen Studien stimmen nachdenklich?
Essenzen aus der Beratungspraxis für psychologische Sicherheit:
- Ein einziges Teammitglied kann durch abwertende Kommentare die psychologische Sicherheit im ganzen Team untergraben. Des müssen solche “Stinkstiefel” konsequent von Führenden oder Kolleg:innen in ihre Schranken verwiesen werden.
- Psychologische Sicherheit wächst, wenn Führungskräfte bereit sind, nicht als allwissend aufzutreten – sondern wirklich (zu)hören wollen.
- Beispiel: Ein Geschäftsführer verändert seine Haltung und seine Gesprächskultur und erlebt: Die Besprechungen werden lebendiger – und besser.
- Es reicht nicht, Offenheit theoretisch zu erlauben – sie muss auch aktiv eingeladen werden. Öffnende Fragen, z.B.: „Wie ist eure Meinung dazu?“
- Etwas „sagen dürfen“ hilft, Kommunikation und Kultur zu verändern – schöner Satz dazu: „Ich habe das als Vorschlag gemeint. Ich möchte NICHT, dass ihr sofort nickt!“
- „Ich glaube, das habe ich falsch eingeschätzt. Wie kann man das noch anders sehen?“ – solche Sätze machen Führung nahbar(er) und Vertrauen möglich(er).
- Die ISO ist eine „Hülle“, in die ganz viel Unternehmensspezifisches hineinpasst… – auch Beziehungsqualität“.
- Psychologische Sicherheit ist „kein Wellnessthema“! Sie schlägt Brücken zwischen Produktivität, Prävention und psychischer Gesundheit – das zeigen auch Studien.
- Burnout entsteht nicht nur durch zu viel Arbeit – sondern auch durch Unsicherheit, Druck, Überforderung und Angst vor Fehlern.
- Hilfreich: Rollenwechsel (Transparentes Mandat für Offenheit, kontroverse Standpunkte o.ä.): „Wer setzt sich heute neben mir auch die Qualitätsbrille auf?“
- „Eine Realität entsteht nur dadurch, dass man darüber spricht.“ Qualität (sicher auch Schutz und Sicherheit) ist insbesondere eine kommunikative Aufgabe.
– HR als wichtige Verbündete, z.B. dabei, Führungsqualität sichtbar und messbar zu machen.
– Erfolge im Arbeitsfeld (Q und Co.) in Geschichten verpacken und verbreiten (Storytelling).
